FW im Dialog mit der Wirtschaftsförderung: Innovation, Fachkräfte und Infrastruktur im Fokus

Korbach. Eine Abordnung der Freien Wähler (FW) Waldeck-Frankenberg traf sich kürzlich zu einem intensiven Austausch mit dem Wirtschaftsförderer des Landkreises, Dimitrij Schmalz. In dem mehrstündigen Informationsgespräch, in dem Schmalz sein Aufgabengebiet und die Mitarbeiterstruktur vorstellte, wurde deutlich, wie wichtig der direkte Draht zwischen der Kreistagsfraktion, der Verwaltung und der Wirtschaft ist, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der Region besser zu verstehen.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Delegation von den innovativen Wegen, die die Wirtschaftsförderung bereits heute geht. Ein echtes Praxisbeispiel für eine moderne Verwaltung ist der Einsatz einer telefonischen Künstlichen Intelligenz (KI). Bei Anfragen an die Wirtschaftsförderung übernimmt diese smarte Assistenz die Erstberatung und leitet Bürger sowie Unternehmer bei tieferem oder spezifischerem Bedarf nahtlos an den jeweils zuständigen Fachexperten weiter. Solche digitalen Werkzeuge machen die Verwaltung effizienter und bürgernäher.
Ein drängendes Thema des Austauschs war die Unternehmensnachfolge: Allein in Waldeck-Frankenberg ist diese im gewerblichen Bereich bei rund 600 Betrieben ungeklärt. Alle Stakeholder – von der IHK über die Kreishandwerkerschaft bis zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft – stehen hier beratend zur Seite. „Oftmals sind diese wertvollen Hilfsangebote jedoch noch nicht so bekannt, wie sie sein müssten. Hier können und müssen wir als politisch Verantwortliche unseren Beitrag leisten und als Multiplikatoren wirken“, betonte der FW-Kreisvorsitzende Kai Schumacher.
Gleiches gilt für den enorm wichtigen Breitbandausbau. Trotz der vielschichtigen Herausforderungen bei der Umsetzung appellierte der Wirtschaftsförderer an die Politik, in der Bürgerschaft aktiv für die Auseinandersetzung mit den Zukunftsvorteilen von Glasfaseranschlüssen zu werben. FW-Fraktionsvorsitzender Uwe Steuber brachte es auf den Punkt: „Nur wenn wir alle zusammen, gerade hier im ländlichen Raum, dieses Projekt positiv pushen, können wir den notwendigen hohen Anschlussgrad erreichen.“
Auch der Fachkräftemangel stand auf der Agenda. Prognosen zufolge werden in Waldeck-Frankenberg bis 2030 rund 9.560 Fachkräfte bei insgesamt etwa 60.000 Beschäftigten fehlen. Dies unterstreicht die enorme Bedeutung von Projekten wie dem „Bildungscoach“, um aktiv gegenzusteuern. Dass der Landkreis gute Grundvoraussetzungen mitbringt, zeigt ein kürzlich veröffentlichtes IW-Ranking: Hier belegt Waldeck-Frankenberg Platz 111 von 400 untersuchten Landkreisen in Deutschland. Die Platzierung ist in den vergangenen Jahren bereits konstant gestiegen und geht mit einer klaren Strategie für die Zukunft unseres Landkreises einher.
Breiten Raum nahm abschließend die zukünftige Ausgestaltung des Tourismus ein, der künftig ebenfalls in das Aufgabengebiet der Wirtschaftsförderung fallen wird. Ein klarer Schwerpunkt soll hier auf dem Daten- und Qualitätsmanagement liegen. Durch gezielte Beratung, Zertifizierungen und Klassifizierungen heimischer touristischer Leistungsträger soll der hohe Standard der Betriebe auch nach außen hin sichtbar gemacht und weiter gestärkt werden und mit den richtigen Daten sollen Entscheidungen faktenbasiert erfolgen.
Die Freien Wähler Waldeck-Frankenberg bedanken sich herzlich bei Wirtschaftsförderer Dimitrij Schmalz für die spannenden Einblicke in diesen Bereich und freuen sich auf weitere Projekte der Wirtschaftsförderung.
Bild: (von links nach rechts) Wirtschaftsförderer Dimitrij Schmalz, FW-Vorsitzender Kai Schumacher, Jörn Schumacher, Fraktionsvorsitzender Uwe Steuber, Klaus Bangert
